Ziel ist die Analyse der klinisch-pathologischen Merkmale von Patientinnen mit hormonsensitivem (HR+) Hirnmetastasen bei Brustkrebs (BCBM), die Erforschung der Einflussfaktoren auf die Überlebensprognose sowie die Durchführung einer Überlebensanalyse. Methode: Eingeschlossen wurden HR+ BCBM-Patientinnen, die von Januar 2009 bis Dezember 2023 am Allgemeinen Krankenhaus der Volksbefreiungsarmee behandelt wurden. Klinisch-pathologische Daten und Therapiepläne wurden retrospektiv erhoben und analysiert. Der Datensatz wurde im Verhältnis 7:3 zufällig in Trainingsdatensatz (n=119) und Validierungsdatensatz (n=52) aufgeteilt. Einflussfaktoren auf die Überlebensprognose wurden mittels univariater und multivariater Cox-Regression analysiert. Eine Überlebensanalyse der HR+ BCBM-Patientinnen wurde durchgeführt. Mithilfe unabhängiger Prognosefaktoren wurde ein Nomogramm zur Vorhersage der Überlebenswahrscheinlichkeit nach 6 Monaten, 1 Jahr und 3 Jahren erstellt. Ergebnisse: Es wurden 171 HR+ BCBM-Patientinnen eingeschlossen. Das Durchschnittsalter bei Diagnose der BCBM lag bei 50,1±11,5 Jahren. Die mittlere Zeit vom Brustkrebsdiagnose bis zum Auftreten von Hirnmetastasen betrug 61,5 (29,6, 100,2) Monate. 28 Fälle (16,4%) zeigten Hirnmetastasen als Erstmanifestation, 132 Fälle (77,2%) hatten Hirnmetastasen mit begleitenden extrakranialen Metastasen (mehr als ein Organ), 30 Fälle (17,5%) hatten symptomatische Hirnmetastasen. Die mediane Überlebenszeit nach Hirnmetastasen betrug 15,6 Monate (95% CI 10,7~23,5). Multivariate Analyse zeigte, dass erstes Auftreten von Hirnmetastasen (HR=0,38, P<0,001), ECOG-Performance-Status unter 2 (HR=0,32, P<0,001), craniale Radiotherapie (HR=0,43, P<0,001), systemische Chemotherapie (HR=0,47, P<0,001) und CDK4/6-Inhibitor-(CDK4/6i)-Therapie (HR=0,59, P=0,031) unabhängige Prognosefaktoren sind. Das Nomogramm auf Basis unabhängiger Prognosefaktoren zeigte in Trainings- und Validierungsdatensatz für alle Zeiträume eine AUC >0,7. Nach Risikostratifizierung basierend auf dem medianen Vorhersagewert zeigte die Niedrigrisikogruppe eine deutlich bessere mediane Überlebenszeit als die Hochrisikogruppe (P=0,0039). Fazit: Patienten mit HR+-Brustkrebs entwickeln Hirnmetastasen spät mit langer Latenzzeit; die meisten Patienten haben asymptomatische Hirnmetastasen. Die Behandlungsstrategie sollte auf eine aktive umfassende Intervention bei Patienten mit gutem Allgemeinzustand und initialen Hirnmetastasen abzielen, insbesondere auf die vernünftige Kombination aus lokaler Strahlentherapie und systemischer Therapie (einschließlich Chemotherapie und CDK4/6i-Therapie).